Bewerbungsgespräche - Welche "tollen" Fragen oder Aussagen hast Du bekommen?

    • Ich stelle auch immer wieder fest, dass bei einige Firmen jeglicher Realitätssinn verloren gegangen ist. Aber gut, die Geschichte von wegen 20 Jahre alt, mindestens 5 Jahre Berufserfahrung und für die Arbeit bitte nichts wollen ist mittlerweile bei sehr vielen Firmen und Unternehmen Normalität. Und auch mit der Ehrlichkeit haben die meisten es nicht so.

      Die genialste Frage die ich einmal gestellt bekommen hab:

      "Wie gut kennen sie sich mit Computern aus?" (ich bin von Beruf Grafikerin wohlbemerkt)
      Als ich dann nur sagte, dass ich meine Rechner zu Hause selbst auseinander-, um- und wieder zusammenbaue, inklusive Software Installation waren die erstaunten Gesichter echt genial und die Aussage, ob ich ned vielleicht den Beruf verfehlt hab, sie hätten zwar noch ne Stelle in der IT im Service offen, aber da würde halt wahrscheinlich der Rest drumherum fehlen. Die Stelle als Grafikerin hab ich trotzdem nicht bekommen, was aber nicht schlimm war. War eh nur für ein Praktikum :D
    • Sharykha schrieb:

      Ich stelle auch immer wieder fest, dass bei einige Firmen jeglicher Realitätssinn verloren gegangen ist. Aber gut, die Geschichte von wegen 20 Jahre alt, mindestens 5 Jahre Berufserfahrung und für die Arbeit bitte nichts wollen ist mittlerweile bei sehr vielen Firmen und Unternehmen Normalität. Und auch mit der Ehrlichkeit haben die meisten es nicht so.

      Die genialste Frage die ich einmal gestellt bekommen hab:

      "Wie gut kennen sie sich mit Computern aus?" (ich bin von Beruf Grafikerin wohlbemerkt)
      Als ich dann nur sagte, dass ich meine Rechner zu Hause selbst auseinander-, um- und wieder zusammenbaue, inklusive Software Installation waren die erstaunten Gesichter echt genial und die Aussage, ob ich ned vielleicht den Beruf verfehlt hab, sie hätten zwar noch ne Stelle in der IT im Service offen, aber da würde halt wahrscheinlich der Rest drumherum fehlen. Die Stelle als Grafikerin hab ich trotzdem nicht bekommen, was aber nicht schlimm war. War eh nur für ein Praktikum :D
      Irgendwie kommen die Unternehmen der heutigen Zeit sowieso nicht mit Allroundern zurecht. Ich habe auf technischer IT Ebene gelernt und studiere auf Softwareebene. Hatte mich mal auf einen Hiwi Job beworben und die sind erstmal gar nicht klar gekommen, weil ich mich bei denen auf mehrere verschiedene Stellen hätte bewerben können und dabei hab ich doch ganz klar eine Referenznummer der Ausschreibung angegeben.
      Naja, im Endeffekt habe ich auch gar keine Stelle bekommen, obwohl sie mehrere geprüft haben - wieder wegen der Arbeitsstundenzahl.


      "Hinter dieser Maske ist nicht nur Fleisch, hinter dieser Maske steckt eine Idee!
      Und Ideen, Mister Creedy, sind kugelsicher!"


    • Medea schrieb:

      Schattenkasper schrieb:

      Anonymiss schrieb:

      Ich glaube, da wär ich dann froh, die Stelle nicht bekommen zu haben. Sagt ja viel über den Laden.
      Bei solchen Fragen am besten aufstehen und sich mit den Worten "Oh, ich muss mal auf Klo, das ist jetzt wichtiger, darf ich Ihres benutzen?" verabschieden.
      Prinzipiell stimme ich zu, aber ich würde denen dann schon auch deutlich sagen, warum ich jetzt gehe. Im Falle der Frage nach der Familienplanung dürfen die z.B. ruhig wissen, dass ich für sexistische Kacksch... null Verständnis habe und in einem Laden, in dem das offenbar völlig normal ist, nicht arbeiten wollen würde.
      Da hast Du Recht, das sollte man. Das Problem ist, solche Leute sind unbelehrbar, die juckt das nicht, zu abgebrüht. Es wird schon jemanden geben der die Frage beantwortet. Wenn Du jedoch kein Problem damit hast so direkt zu sprechen wie Du geschrieben hast und trotzdem ein dummes Gesicht sehen willst, dann musst Du den Satz ja nur ein wenig abändern. In Deinem Fall könnte er zum Bsp. lauten: "Oh, ich muss mal auf Klo, das ist jetzt wichtiger. Haben Sie soetwas oder sch... man hier noch in die Ecke?". Mit Glück kannst Du feuchte Aussprache vortäuschen und ihm/ihr dabei noch in den offenen Mund sabbern. Und DANN halt gehen...
    • Schattenkasper schrieb:

      Medea schrieb:

      Schattenkasper schrieb:

      Anonymiss schrieb:

      Ich glaube, da wär ich dann froh, die Stelle nicht bekommen zu haben. Sagt ja viel über den Laden.
      Bei solchen Fragen am besten aufstehen und sich mit den Worten "Oh, ich muss mal auf Klo, das ist jetzt wichtiger, darf ich Ihres benutzen?" verabschieden.
      Prinzipiell stimme ich zu, aber ich würde denen dann schon auch deutlich sagen, warum ich jetzt gehe. Im Falle der Frage nach der Familienplanung dürfen die z.B. ruhig wissen, dass ich für sexistische Kacksch... null Verständnis habe und in einem Laden, in dem das offenbar völlig normal ist, nicht arbeiten wollen würde.
      Da hast Du Recht, das sollte man. Das Problem ist, solche Leute sind unbelehrbar, die juckt das nicht, zu abgebrüht. Es wird schon jemanden geben der die Frage beantwortet.
      Naja, aber nur nichts zu sagen, weil man denkt, es juckt sie eh nicht ändert ja auch nichts? Im schlimmsten Fall ist es ihnen wirklich egal, im besten Fall denken Sie mal darüber nach.
      Und ich kann mich durchaus auch gewählt ausdrücken, würde aber dennoch deutlich sagen, dass solche Fragen nicht gehen und warum nicht und dass ich an weiterem Kontakt kein Interesse habe. Kann man ja auch freundlich ausdrücken. ;)

      Btw. hatte ich jetzt bei meinem Nebenjob Glück und bin um dämliche Fragen drumrum gekommen. Yay! :D
      In what distant deeps or skies
      Burnt the fire of thine eyes?
      On what wings dare he aspire?
      What the hand dare seize the fire?

      (William Blake)
    • Es war damals mein zweites Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung. Mir war nicht bekannt dass man Allgemeinbildung abgefragt werden kann und ich lief voll ins Messer.

      Nicht nur sowas wie 5 Nachbarländer Deutschlands, was ich nicht alles wusste, wurde auch politisches gefragt. Diese konnte ich beantworten, aber die Frage die nicht beantworten konnte und die ich niemals vergessen werde ist ....

      "Welcher Partei gehört Joachim Gauck (Bundespräsident an?"
      Ich: CDU?

      Nein, falsche Antwort -w-
      Er ist parteilos, dass hatte dem Mann nicht geschmeckt. Eine Freundin von mir hat bei dem ihre Ausbildung gemacht, er hat sie gar nichts gefragt, sie hätte ja Abitur. Nebenbei bemerkt, dass hätte sie auch nicht gewusst o.o
      Gildengründerin und Gildenführerin der Gilde Golden Pain [GoP].

    • Spannend was hier alles erzählt wurde. Der Original Beitrag ist ja inzwischen 2 Jahre alt, aber es ist schon teilweise etwas erschreckend zu sehen was abgefragt wurde. Eine Frage wie: "Wie kommen sie mit Männern zurecht?" ist im übrigen sehr nah an der Illegalität für Bewerbungsgespräche, da sie im Kontext auf die sexuelle Orientierung des Befragten zielen kann und somit nicht in Bewerbungen berücksichtigt werden darf.

      Das Abfragen von Allgemeinwissen hat sich inzwischen bei vielen Bewerbungsgesprächen als ein Segment der Unternahltung etabliert. Das ganze ist seit Jahren im Bereich von Assessment Recruitings unglaublich beliebt (und angebracht, da dort high profil Stellen vergeben werden) und jetzt kommen immer mehr Personalleiter selbst auf diese "innovative" Idee. Den härtesten Test dieser Art vergibt dem vernehmen nach die Henri-Nannen-Schule in Hamburg, die Journalisten ausbildet. Wer es mal versuchen möchte, es gibt im Internet zahlreiche Auszüge aus den Testfragebögen. Es ist sehr anspruchsvoll.

      Sich auf einen Test im Allgemeinwissen vorzubereiten ist idR fast unmöglich. Man kann höchstens vor dem Bewerbungsgespräch spekulieren, dass einige Fragen in den Bereichen auftauchen in denen das Unternehmen bei dem man sich vorstellt selbst tätig ist. Außerdem wird in der Regel ein wenig Politikwissen abgefragt. Auch das ist eine Angewohnheit aus Assessmentcenter Testfragen. Mit Politikwissen verbinden Recruiter und Organisationspsychologen oftmals soziale Eingebundenheit und das generelle Interesse an gesellschaftlichen Vorgängen. Wer täglich die Nachrichten auf ARD oder ZDF verfolgt und eine Tageszeitung liest, ist medial und gesellschaftlich involviert oder hat zumindest Interesse daran involviert zu sein.

      Der absolut größte Fehler der bei einem Bewerbungsgespräch passieren kann wurde erstaunlicherweise nicht genannt, oder ich habe ihn überlesen.
      Fehlende Identifikation mit dem Unternehmen.
      Und das gilt für Vollzeitstellen genauso wie für Halbtags-, oder Studentenjobs. An irgendeinem Punkt im Gespräch darf der Bewerber kurz erklären warum er gerade "hier" arbeiten möchte. Und es ist nicht unüblich im Anschluss daran ein paar spezifische Fragen zum Unternehmen gestellt zu bekommen, die der Bewerber beantworten muss. Antwortet man auf diese Fragen falsch, ist die Bewerbung idR gelaufen.

      Aber ganz generell sollte eine Bewerbung eigentlich ein positives Erlebnis sein. Selbst wenn die Bewerbung nicht erfolgreich ist, sollte der Bewerber zumindest immer etwas daraus mitnehmen. Im schlechtesten Fall zumindest was falsch gelaufen ist und was man bei der nächsten Bewerbung verbessern kann.